Vom Rescue aus Gentoo installieren

Dies wird der langwierigste Schritt sein, bei dem am meisten schiefgehen kann.
Ich werde viele Passagen 1 zu 1 aus dem Gentoo Handbuch kopieren.
Zuerst einmal starte bitte das Rescuesystem deines Rootanbieters und logge dich ein.

 

Vorbereiten der Festplatte / partitionieren

Fuehre
# fdisk /dev/sda
aus (oder /dev/hda, je nachdem was du hast).

Dann erscheint der prompt:
Command (m for help):

Mit "p" kannst du dir nun deine aktuelle Partitionstabelle anzeigen lassen.
Wir werden alle Partitionen loeschen, indem wir "d" eingeben und anschließend die Nummer der zu loeschenden Partition.
Diesen Schritt sooft ausfuehren, bis "p" eine leere Tabelle anzeigt.

Nun erstellen wir die neuen Partitionen.

Zuerst erstellen wir eine kleine Boot-Partition.
Druecken Sie n, um eine neue Partition zu erstellen,
dann p, um eine primaere Partition zu waehlen,
gefolgt von 1 fuer die erste primaere Partition.
Wenn Sie nach dem ersten Zylinder gefragt werden, druecken Sie Enter.
Fuer den letzten Zylinder geben Sie +64M ein, um eine 64 MB Partition mit gesetztem bootable-Flag zu erzeugen.

Command (m for help): n
Command action
e extended
p primary partition (1-4) p
p Partition number (1-4): 1
First cylinder (1-3876, default 1): (Enter Taste druecken)
Using default value 1
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (1-3876, default 3876): +64M

Wenn du jetzt "p" eingibst solltest du deine erste Partition sehen:
/dev/sda1    1    14     105808+   83   Linux

"Sie muessen diese Partition bootbar machen. Druecken Sie a, um das bootable-Flag auf dieser Partition zu aktivieren und waehlen Sie 1.
Wenn Sie wiederum p druecken, werden Sie feststellen, dass in der "Boot" Spalte ein * platziert ist."

Zum Schluss muessen sie noch die Root-Partition erstellen. Dazu druecken Sie n, um eine Partition zu erstellen, dann p, um fdisk mitzuteilen, dass Sie eine primaere Partition anlegen moechten. Dann druecken Sie 3, um die dritte primaere Partition, /dev/sda3 in unserem Fall, anzulegen. Wenn Sie nach dem ersten Zylinder gefragt werden, druecken Sie Enter. Wenn Sie nach dem letzten Zylinder gefragt werden, tippen Sie Enter, um eine Partition zu erstellen, die den restlichen freien Platz belegt.

Um die Partitionstabelle zu speichern und fdisk zu verlassen, druecken Sie w.

Optional: Abschalten der Dateisystempruefung alle x reboots:

# tune2fs -c 0 -i 0 /dev/sda1
# tune2fs -c 0 -i 0 /dev/sda2


Erstellen der Dateisysteme ( fuer sda1 - ext2 | fuer sda2 - ext3 )

# mke2fs /dev/sda1 // erstellt das ext2 Dateisystem auf /boot
# mke2fs -j /dev/sda2 // erstellt das ext3 Dateisystem auf /

Mounten

# mkdir /mnt/gentoo
# mount /dev/sda2 /mnt/gentoo
# mkdir /mnt/gentoo/boot
# mount /dev/sda1 /mnt/gentoo/boot

Installation der Gentoo-Installationsdateien

"Der naechste Schritt ist die Installation des Stage3-Archivs auf Ihrem System."

# cd /mnt/gentoo

Wir gehen auf -> http://de-mirror.org/distro/gentoo/releases/x86/autobuilds/ , wechseln in den neusten Ordner und laden das juengste Stage3 - i686 -Archiv.

In diesem Beispiel:
# wget http://de-mirror.org/distro/gentoo/releases/x86/autobuilds/20090304/stage3-i686-20090304.tar.bz2

Danach:
# tar xvjpf stage3-*.tar.bz2

Stellen Sie sicher, dass Sie die gleichen Schalter (xvjpf) verwenden. Das x steht fuer Auspacken (engl. Extract), das v fuer Auskunftsfreudig (engl. Verbose) um zu sehen, was waehrend des Entpackvorgangs passiert (optional), das j fuer Dekomprimieren mit bzip2, das p fuer Erhalt der Dateirechte (engl. Preserve permissions) und das f zeigt an, dass wir eine Datei auspacken wollen und nicht die Standardeingabe benutzen.

Danach den

Installation von Portage

Sie muessen einen Snapshot des Portage-Tree installieren, eine Sammlung von Dateien, die Portage informieren, welche Prorgramme installiert werden koennen, welche Profile es gibt, etc.
'
Wir gehen auf -> http://de-mirror.org/distro/gentoo/snapshots/ und laden das juengste Portage - Archiv.

In diesem Beispiel:
# wget http://de-mirror.org/distro/gentoo/snapshots/portage-latest.tar.bz2

" Im naechsten Schritt werden wir den Snapshot in Ihrem Dateisystem entpacken. Kontrollieren Sie, dass Sie den exakten Befehl verwenden; die letzte Option ist ein grosses C, nicht c. "

# tar xvjf /mnt/gentoo/portage-latest.tar.bz2 -C /mnt/gentoo/usr

Erstes bearbeiten der make.conf

Ich erklaere an dieser Stelle noch nicht was die make.conf ist, das kommt noch.
Wir muessen aber jetzt schon ein paar wichtige Dinge einfuegen:

# nano /etc/make.conf

Loescht alles raus und fuegt ein:

CFLAGS="-O2 -march=i686 -pipe -fomit-frame-pointer"
CXXFLAGS="${CFLAGS}"
CHOST="i686-pc-linux-gnu"
USE="glibc-omitfp -debug"
ACCEPT_KEYWORDS="~x86" // bitte keine Diskussion ob das klug ist
MAKEOPTS="-j6" // nur fuer Quadcores geeingnet, bei Dualcores bitte auf "-j3" abaendern.
GENTOO_MIRRORS="ftp://ftp.uni-erlangen.de/pub/mirrors/gentoo ftp://mirrors.sec.informatik.tu-darmstadt.de/gentoo/
http://ftp-stud.fht-esslingen.de/pub/Mirrors/gentoo/ ftp://ftp-stud.fht-esslingen.de/pub/Mirrors/gentoo/"
SYNC="rsync://rsync.europe.gentoo.org/gentoo-portage"

Die GENTOO_MIRRORS stehen alle in einer Zeile und sind durch ein Leerzeichen voneinander getrennt.

Kopieren der DNS-Informationen

"Einen Schritt muessen Sie noch machen, bevor Sie Ihre neue Umgebung betreten koennen. Das ist das Kopieren der DNS-Informationen aus der /etc/resolv.conf in die Chroot-Umgebung. Sie muessen diesen Schritt ausfuehren, um sicherzustellen, dass Ihr Netzwerk nach dem Betreten der Chroot-Umgebung noch funktioniert. /etc/resolv.conf enthaelt die Nameserver fuer Ihr Netzwerk. "

(Die "-L" Option wird benoetigt um sicherzustellen, dass Sie keinen symbolischen Link kopieren.)
# cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/

Mounten der /proc und /dev Dateisysteme

" Mounten Sie das /proc Dateisystem nach /mnt/gentoo/proc, um fuer die Installation vom Kernel angebotene Informationen innerhalb der chroot Umgebung nutzbar zu machen. Mounten Sie ausserdem mit Bind das /dev Dateisystem. "

# mount -t proc none /mnt/gentoo/proc
# mount -o bind /dev /mnt/gentoo/dev

Betreten der neuen Umgebung

"Das chrooting erfolgt in 3 Schritten. Als erstes werden wir das root von / (auf dem Installationsmedium) nach /mnt/gentoo (auf Ihren Partitionen) mittels chroot wechseln. Sie muessen nun eine neue Umgebung anlegen, indem Sie env-update benutzen, was hauptsaechlich neue Umgebungsvariablen anlegt. Zu guter Letzt laden Sie diese Variablen durch den Befehl source in den Speicher. "

# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update
>> Regenerating /etc/ld.so.cache...
# source /etc/profile
# export PS1="(chroot) $PS1"

"Glueckwunsch! Sie sind nun in Ihrer neuen Gentoo Linux Umgebung. Natuerlich sind wir noch nicht fertig, darum gibt es auch noch einige Abschnitte in der Anleitung denen Sie folgen muessen. "


Portage konfigurieren

"Sie sollten nun Ihren Portage-Tree auf den aktuellsten Stand bringen. emerge --sync macht dies fuer Sie. "

# emerge --sync

Falls Sie gewarnt werden, dass eine neue Version von Portage verfuegbar ist und Sie aktualisieren sollten, sollten Sie dies nun mit dem Befehl emerge --oneshot portage tun.

# emerge --oneshot portage

Tastatur anpassen

# nano -w /etc/locale.gen

Diese beiden Zeilen auskommentieren und die Datei speichern:

de_DE ISO-8859-1
de_DE@euro ISO-8859-15

# locale-gen


Setzen der Zeitzone

# cp /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime

Einfuegen des Kernels

Wenn du meinen Anweisungen gefolgt bist, besitzt du noch deinen Kernel auf deiner Festplatte.
Wenn nicht, viel Erfolg.
Ein gutes Programm um Dateien schnell und einfach auf dein Linux hochzuladen ist WINSCP -> http://winscp.net/eng/docs/lang:de

Kopiere dir deinen Kernel nach /mnt/gentoo/boot/

Bearbeiten der fstab

"Unter Linux muessen alle fuer das System notwendigen Partitionen in der Datei /etc/fstab aufgelistet sein. Die Datei beinhaltet Informationen darueber, an welcher Stelle jede Partition im Verzeichnisbaum eingehaengt (gemountet) werden soll, um welches Dateisystem es sich handelt und weitere Optionen (automatisches Mounten beim Systemstart oder nicht, mounten durch User erlauben fuer z.B. CD-Rom, Floppy, USB-Sticks usw.). "

# nano -w /etc/fstab

Wenn du alles so gemacht hast wie oben, kannst du diese hier 1zu1 uebernehmen.

/dev/sda1   /boot        ext2    defaults,noatime     1 2  
/dev/sda2   /        ext3    noatime 0 1


Netzwerkkonfiguration

# nano -w /etc/conf.d/net

config_eth0=( "dhcp" )

und abspeichern. Wenn ihr eine feste IP-Adresse zuweisen muesst (ist bei fast keinem Anbieter der fall) dann muss es ungefaehr so aussehen:

config_eth0=( "192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 brd 192.168.0.255" )
routes_eth0=( "default via 192.168.0.1" )


Root-Passwort setzen

# passwd

Wichtige Tools

Wir brauchen noch ein paar wichtige Dinge.
vixie-cron ist der normale Systemlogger, der euch /var/log fuellt.
logrotate sorgt dafuer das boot.log boot1.log boot2.log usw erstellt werden-
openssh und dhcp ist selbsterklaerend

# emerge vixie-cron logrotate openssh dhcp

Nun muessen wir noch einiges in den Autostart packen:

#rc-update add vixie-cron default // logdaemon
#rc-update add sshd default // SSH-Daemon
#rc-update add net.eth0 default // Netzwerkadresszuweisung

Das beliebt "locate" heisst unter Gentoo "slocate". "updatedb" bleibt gleich. Also wenn ihr wollt:
#emerge slocate

Installieren von Grub

Ich bin ein Grub-ianer, deswegen werde ich nur Grub als Beispiel benutzen. LiLo dann auf eigenes Wissen.

# emerge grub

# nano -w /boot/grub/grub.conf

default 0
timeout 5

title Gentoo Linux 2.6.28
root (hd0,0)
kernel /boot/euer-kernelname root=/dev/sda2

und abspeichern.

# grep -v rootfs /proc/mounts > /etc/mtab
# grub-install --no-floppy /dev/sda
# exit
# cd
# umount /mnt/gentoo/boot /mnt/gentoo/dev /mnt/gentoo/proc /mnt/gentoo
# reboot

Viel Glueck !